Ungerer

„Stress steht mit seinen Ursachen und Auswirkungen im Mittelpunkt des Lexikons. Das Nachschlagewerk präsentiert mit seinem umfangreichen Begriffsrepertoire die Vielfältigkeit und Allgegenwärtigkeit von Stress. Inhaltlich gruppieren sich die Begriffe um zwei thematische Schwerpunkte, die näher zu beschreiben sind.

Dem ersten terminologischen Schwerpunkt ist ein vielfältiges Begriffsspektrum über Stressursachen und -auswirkungen gewidmet. Akzente werden durch präzise wissenschaftliche Kennzeichnungen, Bedeutungen und Tragweiten im Berufs- und Alltagsleben sowie durch ihre Verlaufsformen und ihre psychophysiologischen Begleitumstände vorgestellt. Stressrelevante hormonelle, vegetative, psychische und kognitive Prozesse sind terminologisch mit den jeweiligen Schlüsselbegriffen vernetzt. Dieser Themenkreis ist mit einem fundierten und umfassenden Informationsgehalt versehen, der ein rasches und treffsicheres Begreifen der Stressphänomene und ihrer Umfelder ermöglicht. Definitionen und Explikationen sowie Beschreibungen der Vorgänge sind auf dem neuesten Stand der Stressforschung.

Der zweite Schwerpunkt ist durch ein Begriffssystem gebildet, das die Auswirkungen von Stress und vor allem seine störenden Lebens-Dissonanzen erfasst. Im Vordergrund stehen präventive Vorschläge und Maßnahmen zur Selbsthilfe und für ein selbstregulatives Stressmanagement. Stress in seinen Ursachen zu erkennen, ihn zu entschärfen und in seinen gesundheitsschädigenden Wirkungen einzudämmen, sind wesentliche Anliegen in diesen Begriffsfeldern. Der gesundheitspädagogische Aspekt ermöglicht die Entwicklung einer stressreduzierenden Selbstgestaltung. Die klaren Darstellungen weisen dem Leser gleichzeitig Wege, durch Selbsthilfe dem krankmachenden Stress die eigene Stirn zu bieten. Differenzierte Auslegungen der Begriffe schaffen ein Verständnis für die eigenen Gefühle und Befindlichkeiten, diese anzunehmen und sich so selbst organisierend den störenden Stresseinflüssen zu entziehen oder sie nicht aufkeimen zu lassen. Alltagspraktische Hinweise finden sich über das Lexikon verteilt, aber auch im Anhang mit plausiblen Erklärungen und Beispielen. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass das Nachschlagewerk kein Therapiehandbuch sein kann.

Beide Themenfelder sind mit einem fundierten und überschaubaren Begriffsrepertoire ausgestattet, das sich fließend liest und gut nachvollziehbar ist. Der Benutzer erlebt einen Begriffsaufbau, der nicht nur durch Querverweise verbunden ist, sondern durch übergreifende Bedeutungsverknüpfungen der Begriffe einsichtige Verständnisverbindungen herstellt. Durch die Vielzahl der Informationsverknüpfungen entstehen beim Leser profilierte Wissensstränge von den Stressursachen bis hin zu den Selbsthilfemaßnahmen. Jeder entdeckt so seine individuelle Spur. An dieser Stelle erhält das vorliegende Lexikon sein besonderes Profil.

Dem Autor ist es gelungen, das Fragebedürfnis des Lesers anzuregen, und seine Neugierde für Querverweise zu wecken. Der Suchende kann sich relativ rasch einen wissenschaftlich fundierten Zusammenhang über Stress und seine verwandten Gebiete herstellen. Die Sensibilität des Benutzers wird geschärft, seine Lebensqualität psychohygienisch verbessert. Das Stress-Lexikon ist ein wirklich gelungenes Nachschlagewerk.“

Prof. Dr. Dietrich Ungerer, Universität Bremen Sicherheitswissenschaftler und Stressforscher. Spezialgebiet: Stressverhalten in kritischen Situationen. Bremen, 30. April 2007